Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war?
Gedanken zum Osterfest 2010 von Pfarrer P. Stefan Jagoschütz OSB
manchmal wird es dunkel
in unserem leben
und wir sehen das licht nicht mehr
manchmal drückt uns eine
schwere last zu boden
und es fehlt uns die kraft
aufzustehen
manchmal sind wir enttäuscht
von menschen, von GOTT und der Welt
und fürchten uns vor jeder begegnung
manchmal verlieren wir alles
menschen durch trennung und tod
besitz und geld durch krisen
alles wie ein steine sammeln
und wir wissen im grunde nicht wozu
sie werden uns zum grab
und wir fragen uns:
wer beseitigt all die steine?
damit wir wieder sehend
und befreit und voller freude
durchs leben gehen können?
OSTERN
das leben hat das wort
denn es gilt, was versprochen ist:
kein stein wird auf dem andern bleiben
fürchte dich nicht
vertraue nur
auch wenn du voller zweifel bist
leben gefährdet und anfällig ist
ER lebt und auch DU wirst leben!
2. Sonntag der Osterzeit: Kommuniongebet
Wir teilen das Brot
und suchen miteinander einen Weg.
Glück - darum bitten wir dich, Herr!
Dass uns aus deinem Geist
ein erfülltes Leben gelinge.
Dass wir nicht für uns allein
glücklich sein möchten,
sondern in der Liebe des anderen
und in seinem Glück das unsere finden.
Güte - darum bitten wir dich, Herr!
Dass wir Zuversicht wecken in allen,
die in Zweifel, Angst und Einsamkeit unter uns leben.
Dass wir einander achten und gelten lassen,
auch wenn unsere Art zu leben und
unsere Ansichten verschieden sind.
Treue - darum bitten wir dich, Herr!
Dass wir Freundschaft nicht verraten
und Vertrauen nicht enttäuschen.
Dass wir allen Fragen des Lebens uns stellen
und einen ehrlichen Weg finden.
Herr, lass dieses Brot uns verbinden -
miteinander und mit dir.
Friedrich Dietz
?Traumhafte Zukunft?
Gedanken zur Weihnacht 2010
von Pfarrer P. Stefan Jagoschütz OSB
dann und wann erzählen uns geistliche oder weltliche Herren das Blaue vom Himmel:
Pfarrer und Bischöfe beeindrucken
mit frommen und salbungsvollen Geschichten
und nichtssagenden Floskeln
Politiker und Staatsmänner
mit belanglosen Reden
und leeren Wahlversprechen
Werbung und Wirtschaft
verführen mit vielversprechenden Angeboten
und verunsichern mit angsteinflößenden Krisengeplänkel
eine finanzielle Vorsorge, so wird gesagt,
sei eine wichtige Grundlage
für eine sichere Zukunft
für traumhafte Zeiten?
Mag sein!
Dass anscheinend ohne Geld nichts mehr läuft?
Doch es geht um mehr
als nur um das liebe Geld
Es geht um Glück und Zufriedenheit
um Liebe und Vertrauen
um Begegnung und Kontakt
um Verstehen und Verzeihen
das erhält man nicht durch Automaten
durch Glücks- und Lottospiele
das findet man nicht im Internet
und in Facebook
oder sonst bei irgendwelchen schnellen dates
Der Weg zum Glück ist oft mühsam
und beschwerlich
verbunden
mit Hindernissen und Enttäuschungen
mit vielen Abschieden
und oftmaligem Loslassen
mit dem Akzeptieren der Wahrheit
über sich selbst
An Weihnachten ist es wahr geworden:
GOTT zeigt uns einen Weg!
Einen Weg der uns in eine sichre Zukunft führt
denn ER hält was er versprochen hat:
ER ist Mensch geworden
einer von uns - weil ER uns liebt
egal wer oder was wir sind
das schafft kein Mensch
zuviel schiebt sich oft dazwischen
Und trotzdem:
es gibt die Augenblicke
die uns Zukunft verheißen
und uns spüren lassen
wie GOTT uns nahe ist
Aber es heißt:
sich aufzumachen auf den Weg nach Bethlehem
um IHM zu begegnen
- und Bethlehem ist überall -
?Traumhafte Zukunft?
Titel der Spezialausgabe des Magazins für Bauen Wohnen Leben
Anlässlich des Neubaus und der Eröffnung des Lambrechterhofes hat sich Pater Heinrich Mayr erinnert und seine Gedanken in Gedichtform gebracht.
Der Lambrechterhof
Mitten in dem Markte Lambrecht
steht ein fürchterlich Gebäude,
war einst Zierde diese Ortes -
heute macht es niemand Freude.
Mittlerweile war es Wohnung
für die Ratten und auch Mäuse,
und manch Tierchen findet Zuflucht
in dem schrecklichen Gehäuse.
Hof - Gaststätte vieler Herren,
um dort königlich zu speisen,
oder um im Kino abends
in Gedanken zu verreisen.
Hof - um gastlich aufzunehmen
auch die Patres von dem Stifte;
einen, der die eigne Küche
solcherart famos umschiffte.
Anders Rigobert zum Beispiel,
kam mit immer gleicher Bitte:
um drei "K"s - Kaffee und Kipferl
und Kurier - das ward ihm Sitte.
Weit're trafen sich im Stüberl,
zum Tarock und andren Spielen,
wenn es heiß lief musst' man fleißig
Mut und Kehle kräftig kühlen.
Sonntag nach dem hohen Amte
ging manch Bürger zu den Tischen,
angestammt der Platz voll Ehren,
um die Predigt aufzufrischen,
oder sonst was zu berichten,
was gescheh'n in diesen Tagen
kommentiert es besserwissend,
alles war zu hinterfragen.
Für die meisten war um zwölfe
Zeit, um pünktlich heimzukehren
zu den Seinen und zum Braten,
den will man zu Haus verzehren.
Dass nicht einer nur so hockte,
wachte "Toni"1 sehr beflissen,
den, der sich nicht brav verhalten,
hat man höflich rausgeschmissen.
Frohe Stunden, Traurigkeiten -
alles hat der Hof gesehen;
hohe Zeiten, bittre Stunden,
hat dafür ein groß' Verstehen.
Feiert der Betrieb Klementi,
Barbara die Nobel-Werke,
nach der Kirche gutes Essen,
Tanzmusik in voller Stärke.
Nicht vergessen ist der Pfarrball,
wo der Mütter man gedachte,
und mit Sträußen bunter Blumen
Dank und Lieb' entgegenbrachte.
Einmal gab es starke Wochen,
voll Kultur, doch löffelweise.
Kirchenchor sang Teil der Schöpfung,
kraftvoll klang's, bis zart und leise.
Nun entseht ein neues Gasthaus
mit historischer Fassade.
Mög's gemütlich sein wie früher,
lasset fünfe sein gerade!
Das will heißen: baut mit Hoffnung,
Gästescharen werden kommen.
Stift, Kultur und schöne Landschaft
werden allen Leuten frommen!2
1 Antonia Wickl, Wirtin
2 gut tun
Weihnachten
ABER DAS FLEISCH
ist wort geworden
(das wort ist vom fleisch gefallen)
und trotz konträrer
behauptungen
zuständiger
ämter
hat auch das wort
kein quartier gefunden
(ist es immer
ein fremdwort geblieben)
in unseren engen breiten
(Peter Heinisch)